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| Berliner Morgenpost |
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Ausgezeichnetes Portal von
Kindern für Kinder
Freitag, 24. Juni 2011 02:48 - Von Gerlinde Schulte
Die zehnjährige Johanna interessiert sich für Nachrichten.
Deshalb sorgt sie dafür, dass auch andere Kinder verstehen,
was in Fukushima passiert ist und warum Ehec gefährlich ist.
Marlene kocht gern und veröffentlicht schöne Rezepte, Kyra
hat es eher mit Tiergeschichten - sie hat den Stachelrochen
untersucht - und Nima sammelt Witze, damit es nie langweilig
wird.
Gut, dass die Fünftklässler der Lichtenrader
Bruno-H-Bürgel-Grundschule eine eigene Website haben, auf
der sie das alles loswerden können:
Auf "Palk@n - Das Schülermagazin für pfiffige Schüler" (
www.palkan.de ) können sie sich mitteilen und ihr Wissen
über Schulfächer vertiefen. Sie können zeigen, was für tolle
Referate sie gehalten haben, chatten, mailen oder im
Palkan-Wiki mitarbeiten. Stolz sein dürfen sie auch noch:
Weil ihr Online-Schülermagazin so vielseitig, informativ und
schön gestaltet ist und außerdem auch noch einen sicheren
Raum im Internet bietet, haben die jungen Macher und ihr
Lehrer Michael Ringert jetzt den Europäischen
KinderOnlinePreis gewonnen.
Bei dem Wettbewerb, der erstmals vom Netzwerk Insafe und dem
Safer-Internet Programm der Europäischen Kommission
initiiert wurde, hatten länderübergreifend Anbieter von
Onlineseiten für Kinder von sechs bis zwölf Jahren
teilgenommen. Der deutsche Vorentscheid wurde von der
EU-Initiative klicksafe, klick-tipps.net und fragfinn.de
organisiert. Schon dort hatte sich palkan.de gegen 94 andere
Bewerber durchgesetzt. 14 nationale Sieger kamen in die
Endrunde, wo die Berliner wieder das Rennen machten.
Johanna und Kyra durften mit Michael Ringert nach Brüssel
fahren, wo EU-Kommissarin Neelie Kroes ihnen in einer großen
Zeremonie die Trophäe überreichte. "Wir waren die einzigen
Kinder dort", erzählt Johanna. "Das war alles
unbeschreiblich aufregend." Johanna und Kyra durften die
Klasse vertreten, weil sie auf palkan.de besonders aktiv
sind. Gestaltet und gefüllt wird das Online-Magazin aber
auch von ihren Mitschülern sowie Kindern aus ganz
Deutschland, Österreich und der Schweiz. Denn was 2003
einmal als Klassenwebsite für Projekte und Klassenfahrten
angefangen hat, ist längst ein überregionales Magazin
geworden.
Der "Erfinder" der Website, Michael Ringert, ist Lehrer für
Deutsch, Geschichte, Geografie und Sport an der Lichtenrader
Grundschule. Er investiert viel Zeit in sein Projekt, das er
auch aus eigener Tasche finanziert, wie er sagt. Alles was
freigeschaltet ist, wird von ihm zuvor gecheckt. So behält
der 42-Jährige als Chefredakteur, Korrektor und
Chat-Moderator die Fäden in der Hand. Er passt auf, dass
alles stimmt und dass nicht abgeschrieben wird. Welche
Themen auf die Seite kommen und wie sie gestaltet werden,
bestimmen jedoch die Kinder. "Es gibt viele Kinderseiten,
die von Erwachsenen gemacht werden", sagt Ringert, "aber wo
ich hier an der Quelle sitze, kann man es ja anders machen.
Bei palkan.de bringen sich die Kinder ein und schreiben die
meisten Beiträge selbst." Darauf sind die Palkaner stolz -
"Ich finde das besonders toll", sagt Brenda (11). "Viele
wissen gar nicht, dass auf dieser Seite die Kinder
schreiben." Die Themen werden zum Teil im Unterricht
generiert und dann im PC-Kurs, der zweimal pro Woche
stattfindet, umgesetzt. "Am Anfang sah der Auftritt noch
ziemlich schlicht aus", sagt Ringert. Durch die
kontinuierliche Arbeit mit den Viert- bis Sechstklässlern an
der Schule hätte sich die Seite dann weiterentwickelt. "Die
Kinder kamen immer wieder mit neuen Ideen zu Gestaltung und
Themen." So ist inzwischen ein komplexer Auftritt
entstanden, der neben Schulwissen, Präsentationen und
Referaten auch aktuelle Nachrichten, Witze,
Promigeschichten, Chats und einen Wetterbericht bietet.
Neben dem europäischen Preis erhält palkan.de auch eine
nationale Auszeichnung: Am Dienstag soll ihr der Erfurter
Netcode verliehen werden. "Das ist der renommierteste Preis
für sichere Internetauftritte", sagt Ringert. Den können er
und die Kinder aber nicht persönlich abholen, denn Dienstag
ist Zeugnistag und ihr letzter gemeinsamer Schultag. Ab
August wird Ringert an einer anderen Schule mit
Siebtklässlern weiterarbeiten. Seine Grundschüler können
palkan.de aber treu bleiben. "Wer Lust und Interesse hat,
kann weiter mitmachen", sagt Ringert: "Denn einmal Palkaner,
immer Palkaner". Schließlich ist man ja gut vernetzt.
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| Die Rheinpfalz |
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Auszug [... Sie erklärt: „Um
sicherzustellen, dass die Seiten Kinder auch wirklich
begeistern, haben wir eine Kinderredaktion. Diese Kinder
gehen in Berlin in eine ganz normale Schule. Es ist ihr
Lehrer Michael Ringert, dem es wichtig ist, dass seine
Schülerinnen und Schüler lernen, genau hinzuschauen – und
das auch im Internet. Deshalb ist Medienerziehung ein
wichtiger Teil seines Unterrichts, und einmal pro Woche
setzt er „seine“ Kinder an die Schulcomputer. Sie bewerten
Kinderseiten, die Ringert aufgestöbert hat. Und die Seiten,
die von den Kindern für gut befunden werden, werden dann von
Lena Hilles auf der Klick-Tipps-Seite verlinkt.
Woher aber kommen die Themen? Auch hier haben die Kinder ein
Mitspracherecht: Im Unterricht sammeln sie Themen, die sie
interessieren, und geben diese an Lena Hilles weiter –
schließlich wissen Kinder am besten, was Kinder wirklich
interessiert. ...] |
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