delphiSchon immer haben die Menschen, die sich über ihre Zukunft Sorgen machten oder in schwierigen Situationen waren, bei Orakeln Rat geholt. Die alten Griechen befragten ihre Götter. Gegen eine Gebühr, die man den Priestern zahlte, sagten Zeus und Apollo die Zukunft voraus.

In Delphi befand sich die berühmteste griechische Orakelstätte. Da die Griechen glaubten, dass die Götter weit weg und hoch oben lebten, war das abgeschiedene und hochgelegene Delphi in den Bergen Mittelgriechenlands ein glaubhafter Ort. Delphi wurde aufgrund der wohl bedeutendsten Orakelstätte des östlichen Mittelmeergebietes in der damaligen Zeit zum Mittelpunkt der Erde erklärt. Dies beruht auf einer Legende, wonach Zeus zwei Adler in entgegengesetzter Richtung um die Erde gesandt hat.

In Delphi trafen sie wieder zusammen. (Die Menschen dachten damals noch, dass die Erde eine Scheibe wäre.) Das Orakel befand sich im Kellergewölbe des Apollon -Tempels. Apollon hatte sich diesen Tempel aufgrund seiner Lage als Wohnstätte ausgewählt. Ursprünglich war der Tempel für eine Meeres- oder Mond- Göttin Delphyne und ihren Sohn- Gemahl Python erbaut worden. Python war ein Drache, der die Menschen quälte. Apollon tötete den Drachen Python und verwandelte ihn in eine Schlange, die sich von nun an immer in der Nähe aufhielt.

Um dieses ruhmreiche Ereignis nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wurde die Priesterin des Apollon „Pythia“ genannt. Sie saß auf einem bronzenen Dreifuß (Stuhl mit drei Beinen) über einer Felsspalte und machte zweideutige Aussagen. Aus der Felsspalte stiegen Gase auf, wodurch sie ihre Sprüche formulierte. Die Menschen glaubten aufgrund ihres Zustands stünde sie in Verbindung mit Apollon.Die einfachen, armen Leute erhofften sich, gegen eine geringe Bezahlung, Antworten auf ihre Fragen. Die z.B. waren: Soll ich heiraten? Bin ich der Vater des Kindes, das meine Frau erwartet? Die Antwort auf solche Fragen waren einfach: ja oder nein. Befragte eine Stadt das delphische Heiligtum, war seine Bezahlung vermutlich viel höher. Es wurden ausführlichere Antworten erwartet. Gab die Priesterin die falsche Antwort, verlor sie ihr Ansehen und sie konnte kein Geschäft mehr machen.

Das Orakel wurde für seine Antworten bekannt, die mehrere Deutungen zuließen. Sie waren meist in komplizierter Versform klug formuliert, hilfreich, aber zuweilen bewusst vage. Die Pythia soll ungebildet gewesen sein. Von wem kamen die Antworten? Die Delpher bewahrten darüber gerne Stillschweigen. Die Worte kamen von Apollo allein. Die Inschrift am Eingang des Tempels deutete die eigentliche „Intention“ (Absicht, Zweck) des Gottes an. „Erkenne dich selbst“. Diese Inschrift sollte es den um Rat Fragenden ermöglichen, die Auflösung des jeweiligen Problems durch die aktive Auseinandersetzung mit sich selbst, zu gewährleisten. Das heißt, dass sie zuerst mit sich selbst ins „Reine“ kommen mussten, um sich anschließend mit ihrem Problem zu befassen.

Ein Beispiel für die Befragung mit folgenschwerem Ausgang war: Der Lyderkönig Krösus legte sein Schicksal in die Hände der Prophetin, denn er brauchte einen Rat für seinen Feldzug gegen die Perser. So ließ Krösus die Frage nach seinem Kriegsglück stellen. Die Priesterin verkündete: “Wenn du den Grenzfluss Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören“ Weil der Potentat (Machthaber) zu spät die Mehrdeutigkeit der Wörter erkannte, wurde nicht Persien vernichtet, sondern das Lydische Imperium. Dies ist nur ein berühmtes Beispiel für die irrtümliche Auslegung von Weissagungen. Es kam häufig zu irrtümlichen Auslegungen, denn oft stammelte die Seherin nur unverständlich.

Ein anderes Beispiel war, dass die Athener das Orakel von Delphi vor dem Einmarsch um Rat fragten. Das Orakel riet den Athenern ihre Stadt zu verlassen. Da dies ein guter Ratschlag war, befolgten ihn die Athener. Das Heiligtum prophezeite aber auch, das den Athenern nur eine „hölzerne Wand“ bleiben würde. Waren damit Athens hölzerne Kriegsschiffe gemeint oder ein hölzerner Zaun? Durch diesen Zweifel wurde das Ansehen des Heiligtums gewahrt. Wenn die Athener sich auf ihre Flotte verlassen hätten und besiegt worden wären, hätte man immer noch sagen können, dass mit „hölzerner Wand“ keine Schiffe gemeint waren. Arkadios, Sohn des Kaisers Theodosius, veranlasste den Abriss des Orakels von Delphi. Auch dieses Ende sagte das Orakel, 6 Jahre vor seinem Abriss, richtig voraus.

Wofür gab es Tempel und was tat Das Orakel von Delphi?

Die Griechen bauten zahlreiche herrliche Tempel zu Ehren der Götter. Diese Tempel gehörten allen Griechen gemeinsam. Es waren Kultstätten der Opferfeste und des Gebetes. Einige Tempel hatten noch eine besondere Bedeutung. Dort konnte man den Rat der allwissenden Götter einholen: zum Beispiel, wann die Zeit zu Beginn einer gefährlichen Reise günstig war und auch bei schwierigen Entscheidungen über die richtige Politik. Die Griechen nannten diese Tempelanlagen, in denen sie den Rat der Götter einholten, Orakel. Als Dank für den Rat überbrachten sie Geschenke. Das Orakel von Delphi war das bedeutendste und berühmteste Orakel. Eine Priesterin, die Pythia beantwortete die Fragen der Menschen im Auftrag von Apollon. Sie saß auf einem hohen Stuhl aus Bronze und war in einer Weihrauchwolke eingehüllt. Durch den Weihrauch wurde Pythia in einen rauchartigen Zustand versetzt, deswegen waren ihre Antworten oft zweideutig oder rätselhaft. Dennoch galten die Orakelsprüche als sicher, sodass Delphi zu einem wichtigen Treffpunkt wurde.

Das Orakel von Delphi war eine berühmte griechische Pilger– und Weissagungsstätte des antiken Griechenland. Das Orakel von Delphi war eine weiträumige Anlage verschiedener Kulturstätten. Untergebracht war es im Kellergewölbe des Apollon- Tempels in Delphi. Die Menschen glaubten dadurch stünde sie in Verbindung mit Apollon. Ursprünglich war der Tempel für eine Meeres- oder MondGöttin namens Delphyne und ihren Sohn-Gemahl Python gedacht.

Ein Besucher des Orakels von Delphi

Ich bin ein treuer Soldat eines mächtigen Königs. Dieser König regiert über Phrygien. Vor einiger Zeit drohte Krieg zwischen unserem Nachbarreich, dem Reich der Perser. Der König wusste, dass der Kampf bald beginnen würde und beschloss mich mit einem Freund zu dem berühmten Orakel von Delphi zu schicken, um zu fragen, wie der Krieg ausgehen würde. Wir machten uns also auf den Weg. Dieser war lang und beschwerlich, denn wir waren nur zu Fuß eine Woche und dann mit dem Schiff sechs Tage unterwegs. Nach ungefähr zweiwöchiger Reise waren wir am Ziel. Delphi ist eine schöne und große Tempelanlage. Wir brauchten nicht lange zu fragen, bis uns jemand den Weg zum Tempel des Apolls mit dem Orakel beschreiben konnte. Wir gingen vorbei an den Häusern, in denen die Weihgeschenke für Apoll standen. Dann um die nächste Ecke standen wir vor dem großen Heiligtum.

Es war ein schöner Tempel auf einer großen Terrasse am Hang mit Säulen rundherum, verziert und verschnörkelt. Mein Freund wollte sich um eine Bleibe kümmern. Ich dagegen begab mich sofort in den Tempel. Innen roch es nach Weihrauch und anderen teuren Gewürzen. Nachdem ich mich angemeldet hatte, wartete ich geduldig im Vorraum, bis ich dran kam. Als es soweit war, betrat ich den eigentlichen Tempel. Hier herrschte gedämpftes Licht und es war sehr nebelig. Ein Priester kam aus dem geheimnisvollen Dämmerlicht auf mich zu und ich trug ihm mein Anliegen vor. Er murmelte eine heilige Formel und versprach, meine Frage der Orakelpriesterin vorzulegen.

Vom Eingang zur inneren Tempelkammer sah ich, wie er auf die berühmte Pythia zutrat und ihr flüsternd meine Frage vorlegte. Als Sterblicher durfte ich diesen allerheiligsten Bereich nicht betreten. Selbst die Priester mussten sich speziellen Reinigungsritualen unterwerfen, damit sie von Apoll in Innersten geduldet wurden. Pythia saß auf einem hohen Hocker und wurde von Nebelfetzen, die aus Ritzen im Boden aufstiegen, umweht. Ich sah, dass sie dem Priester etwas sagte. Der Priester trat mit freundlichem Gesicht auf mich zu und gratulierte mir und meinem König, dass wir durch unseren Krieg ein großes Reich zerstören würden. Unsere Spende an Apoll wurde noch einmal aufgestockt und wir verließen Delphi, um unserem König die gute Botschaft zu bringen.

Sechs Monate später kam ich nach Delphi zurück. Mein Freund konnte nicht mitkommen. Er war tot. So wie viele andere Krieger, denn wir hatten den Krieg verloren und unser Königreich war vernichtet. Die Perser hatten uns besiegt und aus dem freien Land eine persische Provinz gemacht. In Delphi wurden unsere Beschwerden, dass das Orakel sich geirrt habe zurückgewiesen. Der Priester sagte, das Orakel habe Recht gehabt, ein großes Reich sei zerstört worden. Nichts anderes hat Pythia gesagt! Auch unsere Spenden, die wir als Flüchtlinge dringend gebraucht hätten, bekamen wir nicht zurück. Ein Gott behält was er hat.

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Veröffentlicht von Redaktion